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Das Notgeld der Stadt Freital 1922 bis 1923

Der Heimatverein Wurgwitz berichtet auf Schautafeln zur Zeitgeschichte Freitals über die deutsche Inflation bis 1923 als radikalste Geldentwertung in großen Industrienationen und ihren Einfluss auf Freital. Welche katastrophale Entwicklung in den Jahren ab 1920 eingetreten war, die letztlich zum Zusammenbruch der deutschen Wirtschaft führte, ist in der Ausstellung anhand von Beispielen zu sehen und hören. Die Löhne fielen unaufhaltsam und eine Welle an Firmen- und Werkszusammenbrüchen schwappte über ganz
Deutschland hinweg. Fast sämtliche Geldrücklagen der Masse der Bevölkerung wurden durch die Inflation wertlos. Die gezeichneten Kriegsanleihen waren nicht mehr das Papier wert, auf dem die Beträge der Bevölkerung eingeschrieben waren. Die Druckmaschinen liefen rund um die Uhr, denn ständig wurden neue Werte in den Verkehr gebracht. Die Papierqualität nahm ab. Die Grafiker arbeiteten auf Hochtouren, um neue Scheine zu entwerfen. Schließlich wurden vorhandene und noch nicht im Umlauf befindliche Banknoten mit den neuen und höheren Werten überstempelt.

Es war tatsächlich so, wie die Großeltern erzählten, dass sie zu zweit mit dem Wäschekorb den Lohn abholten und dafür nur noch ein halbes Brot bekamen. Ende 1923 unterband der neue Reichsbankpräsident den Tausch von Privatgeld in Reichsmark und beendete die Spekulation. Da die neue Rentenmark nicht konvertibel gegenüber ausländischen Währungen war, wurde die Inflation allmählich aufgehalten und es pegelte sich wieder ein normales Preisgefüge ein.

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