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Ausstellung zur bewegten Geschichte der Kleinbahn Potschappel-Wilsdruff

Die sächsische Schmalspurbahn verlief von Potschappel über Kesselsdorf, Wilsdruff und Mohorn nach Nossen. Die zwischen 1886 und 1899 schrittweise eröffnete Strecke gehörte einst zu den stärker frequentierten Schmalspurbahnen und wurde 1972 stillgelegt.

Die Mitglieder des Heimatvereins Wurgwitz haben in Wort und Bild Interessantes zur bewegten Geschichte der Kleinbahn Potschappel-Wilsdruff sowie zu weiteren durchgeführten Vorhaben, aber auch zu nicht realisierten Projekten aus dem frühen 20. Jahrhundert, zusammengetragen. Welche Schwierigkeiten überwunden werden mussten, welche Baumaßnahmen notwendig waren, wie viel Material benötigt wurde aber auch zu welchen Unfällen es im Laufe der Zeit kam. Ebenso erfahren Besucher Hintergründe
zur stufenweisen Stilllegung.

Anfang des 19. Jahrhunderts waren die Verkehrsbedingungen in der Region äußerst schlecht. Ab 1840 wurde Wilsdruff mit zahlreichen Postkutschen in Richtung Nossen und Dresden verbunden. Mit der Strecke Dresden-Tharandt erschloss die private Alberbahn AG seit 1855 die Steinkohlevorkommen im Rabenauer Grund. Weitere Schächte im Umfeld wurden durch Zweigstrecken erschlossen, so unter anderem 1856 mit der Niederhermsdorfer Kohlezweigbahn die Steinkohlenschächte in Zauckerode und Niederhermsdorf. Der Wunsch der Stadt Wilsdruff nach einem eigenen direkten Bahnschluss scheiterte zunächst in den folgenden Jahren. Ursache waren zumeist die zu hohen Kosten. Mit der 1878 eingeführten Bahnordnung für deutsche Eisenbahnen untergeordneter Bedeutung konnte das Projekt Potschappel-Wilsdruff-Deutschenbora 1882/83 nochmals in Angriff genommen werden. 1883 wurde dem Sächsischen Landtag der Vorschlag einer Schmalspurbahn Potschappel-Wilsdruff jetzt allerdings mit dem Endpunkt Nossen unterbreitet und bereits im Februar 1884 genehmigt. Nach einigen Vorarbeiten konnte im September 1885 mit dem eigentlichen Bau begonnen werden. Neben der Brücke bei Wurgwitz waren eine kleine Brücke sowie zahlreiche Durchlässe erforderlich. Über 96.000 Kubikmeter Boden mussten bewegt und ungefähr 14,5 Kilometer Gleis mit 39 Weichen verlegt werden, um die etwa elf Kilometer lange und 730.000 Mark teure Strecke am 1. Oktober 1886 fertigzustellen.

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