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Freital kommt ins Fass

Edelcouvéetierung in der Ersten Sächsischen Abfindungsbrennerei

Anlässlich des bevorstehenden Stadtjubiläums wird es mit der Ersten Sächsischen Abfindungsbrennerei auf Hof Stein in Freital-Birkigt eine ganz besondere Aktion geben. Inhaber und Edelbrandsommelier Holger Stein hat diese seit über zehn Jahren vorbereitet und war in allen 13 Stadtteilen unterwegs. Er sammelte auf Streuobstwiesen und in Gärten fruchtgewordene Schätze und brannte sie anschließend - und füllte jedes Jahr ein bis zwei Eichenfässer, um darin Destillate nach Vorbild der edlen Tropfen aus der Normandie reifen zu lassen. Für das Jubiläum nun wird aus diesen verschiedenen Stadtteil-Edelobst-Bränden ein feiner Freitaler Obstbrand hergestellt.

Gemeinsam mit dem Schirmherren des Projektes, Oberbürgermeister Uwe Rumberg, lud Holger Stein Anfang Juli Vertreter aus den Stadtteilen – vom Unternehmer über Akteure bis hin zu Naturfreunden und unterstützenden Behörden – auf den Hof ein. Sie füllten den jeweiligen Stadtteil-Brand in zwei neue 50-Liter-Jubiläumsfässer ab. „Ich finde diese Symbolik großartig, die von dieser Aktion ausgeht. Freital ist aus 13 Stadtteilen zusammen gewachsen. Und wir wollen den Stadtgeburtstag 2021 nutzen, um unsere gemeinsame Identität als Freitaler, unser Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken. Mit diesem Vorhaben von Holger Stein wird das, 100 Jahre später, nun noch einmal auf ganz neue Weise nachvollzogen“, so Oberbürgermeister Uwe Rumberg.

Übrigens: Nach der Couvéetierung wird das Fass für 100 Tage zur Endreife in die Stadtteile auf Reisen gehen. Dieses Projekt soll Menschen und Orte zusammenführen, welche auf diese Art und Weise noch nie zusammen gekommen sein dürften. Im kommenden Jahr werden dann 100 Flaschen in Fassstärke von mindestens 44%vol abgefüllt, die anlässlich des Stadtjubiläums verkauft oder versteigert werden sollen. Der Gewinn kann dabei gemeinnützigen Zwecken zugeführt werden.

Kommt das Fass auch zu Ihnen?

Gern nehmen wir Ihre Ideen und Vorschläge entgegen und freuen uns auf gemeinsame Unternehmungen im Rahmen des 100jährigen Stadtgeburtstages.

Ein Novum für Sachsen

Seine ganze Leidenschaft gilt den einheimischen, seltenen Obstsorten. Und es gibt kaum eine Sorte der regionalen Äpfel, Birnen, Pflaumen oder Kirschen, welche Holger Stein nicht schon wenigstens gekostet oder daraus eine Spezialität hergestellt hätte. Eine große Fundgrube sind dabei die Obstgärten des eigenen Hofes, welchen er mit seiner Familie nun schon in 5. Generation bewirtschaftet.

Wen wundert es, wenn so im Laufe der letzten Jahrzehnte nach alten Familienrezepten solche wohlklingenden Kostbarkeiten entstanden wie die "Königin Victoria Konfitüre“, sortenreine Apfel- und Birnensäfte oder Obstweine aller Couleur. Selbst Cidres mit klassischer französischer Flaschengärung entwickelte H. Stein. Die größte Neugier, die ihn umtreibt, gilt jedoch der Höherveredelung der Früchte. "Die höchste Stabilisierungsform des Obstes ist das Destillat“, sagt er oft mit einem Schmunzeln. Schon während seiner Wanderjahre in den 1980ern entdeckte er auf dem Balkan "die Liebe seines Lebens": das Obstbrennen. Im wahrsten Sinne des Wortes wurde damals in seinem Herzen ein Feuer entfacht, welches bis heute hell lodert und ihn keine Gelegenheit versäumen läßt, dem Aroma einer Frucht nachzuspüren.

Forschungsreisen durch ganz Europa, stetige Aus- und Weiterbildung und Zertifikate verschiedenster Bildungseinrichtungen belegen: hier haben wir es nicht mit einem "heurigen Hasen“, sondern mit einem "alten Fuchs" zu tun. Aber nicht nur im direkten Kontakt mit der Frucht, sondern auch in seiner freiberuflichen Arbeit als Fotograf ist Holger Stein "im Namen des Apfels" unterwegs. Gemeinsam mit seiner Frau Kathrin Augustin, welche als diplomierte Grafikdesignerin auch mit ihm zusammen arbeitet, trieb er schon manches Projekt voran – wie z.B. Arbeiten für das Bundesforschungsinstitut Julius Kühn in Pillnitz, für die Landesstiftung Natur und Umwelt oder den Landschaftspflegeverband Sächsische Schweiz - Osterzgebirge – und engagiert sich leidenschaftlich für den Umweltschutz und den Erhalt alter Streuobstwiesen.

Dies alles geht von seinem Hof aus, von seinem Kraftort, wie er sagt. Das ist auch der Ort, wo er seine alchimistischen Forschungen und, im umgebauten Pferdestall, die Erste Sächsische Abfindungsbrennerei betreibt. Diese spezielle Art der Brennerei darf nur ein Obstbauer, welcher ein privilegiertes Brennrecht verliehen bekam, betreiben.

Während seiner immerwährenden Schatzsuche gab es wohl keinen Stadtteil seines Heimatortes, in welchem H. Stein auf der Suche nach einer seltenen Obstsorte nicht fündig geworden wäre. So entdeckte er u.a. auf der Butterstraße in Somsdorf "Amanlis Winterbutterbirne", in Pesterwitz "Büttners Späte Knorpelkirsche" oder in Niederhäslich "Maibiers Parmäne", welche eine nur im Elbtal bekannte Apfelsorte ist.

Nun wäre er nicht er, wenn er nicht auch zum Benefit seiner Heimat aus all seiner Erfahrung eine Spezialität kreieren würde... Nicht nur, weil im kommenden Jahr auch sein Vater 100 Jahre alt geworden wäre und dieser als fleißiger Obstbauer auch ein kleines Denkmal verdient hätte, sondern vor allem, weil ein großes Jubiläum der Stadt ansteht: Freital wird im Jahr 2021 ebenfalls einhundert Jahre alt.

In den letzten 10 Jahren befüllte der Edelbrandsommelier (und auch damit ist er der erste in Sachsen) jedes Jahr ein bis zwei Eichenfässer, um darin Destillate nach dem Vorbild der edlen Tropfen aus der Normandie reifen zu lassen. Kostproben aus dieser Sammlung gibt es in jedem Jahr zu Weihnachten in limitierter Abfüllung. Der drei- wie auch der achtjährige "C.A.L.V.A." sind, neben vielen anderen Edelobstbränden, begehrte Raritäten in seinem Portfolio.

Zu Ehren seiner Heimatstadt entwickelte H. Stein nun, zusammen mit den Freitaler Stadtvätern, also eine weitere Kostbarkeit: Aus all den in den letzten zehn Jahren aus den einzelnen Teilen der Stadt entstandenen – man kann fast sagen "Lokal-Bränden“ – soll eine Jubiläumscuvée aus der Taufe gehoben werden, welche, in zwei extra für die Stadt Freital geböttcherten 50-l-Fässern abgefüllt, für 100 Tage zur Endreife in die Stadtteile auf Reisen geht. (Joseph Beuys hätte dieses Projekt "Soziale Plastik“ genannt, denn es wird Menschen und Orte zusammenführen, welche auf diese Art und Weise noch nie zusammen in "einem Boot" gesessen haben dürften.)

Im kommenden Jahr werden dann 100 Flaschen in Fassstärke von mindestens 44%vol abgefüllt, die anlässlich des Stadtjubiläums verkauft oder versteigert werden. Der Gewinn wird dabei gemeinnützigen Zwecken zugeführt.

Dieses Projekt ist ein wirkliches Novum in Sachsen sowie ein Präsent für Freital! Ein Hoch auf den hundertjährigen Jubilar! Freital, sehr zum Wohl!

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